- 📊 Drei Konzerne, drei Geschwindigkeiten · IHG bei +4,1 %, Marriott bei +3,4 %, Accor bei +2,2 % Umsatz pro Zimmer im ersten Halbjahr
- 💶 Der Anstieg kommt über den Preis · in Amerika +3,3 % Durchschnittspreis bei nur 1 Prozentpunkt Gewinn bei der Auslastung
- 📉 Spürbare Abkühlung im zweiten Quartal · die Region Europa-Afrika-Asien fällt von +5,6 % auf +0,6 % im Quartalsvergleich
- 🇨🇳 China bei +3,1 %, zu gleichen Teilen getragen von Preis und Auslastung
- 🧭 Ohne den Nahen Osten steigt die Region Asien-Pazifik von Accor wieder von ‑1,1 % auf +1,9 %: Der weltweite Durchschnitt kaschiert eine einzige Schwachstelle
Die großen Hotelkonzerne haben alle ihre Halbjahresbilanzen vorgelegt. Aus der Ferne betrachtet ist das Bild beruhigend: Der Umsatz pro verfügbarem Zimmer steigt überall, je nach Marke zwischen 2 und 4 %. Aus der Nähe betrachtet kommt dieses Wachstum fast nicht mehr von der Anzahl der Gäste, sondern von dem, was ihnen in Rechnung gestellt wird.
Ein knappes Ranking, aber dennoch ein Ranking
IHG verzeichnet mit einem Zuwachs von 4,1 % im Sechsmonatsvergleich die beste Performance des Trios. Marriott folgt mit 3,4 %. Accor bildet mit 2,2 % das Schlusslicht.
Weniger als zwei Prozentpunkte trennen den Ersten vom Letzten, was vernachlässigbar erscheinen mag. Bezogen auf Portfolios von mehreren hunderttausend Zimmern beläuft sich die Differenz jedoch auf Hunderte von Millionen. Und dies erklärt sich weniger durch die Qualität des Managements als vielmehr durch die Landkarte: Jeder Konzern spürt die Geografie seines Portfolios. Accor, das in Europa und im Nahen Osten stark engagiert ist, zahlt den Preis für seine regionale Konzentration; IHG, das in Amerika besser aufgestellt ist, profitiert davon.



Der Preis treibt das Wachstum, nicht die Auslastung
Dies ist die aufschlussreichste Kennzahl des Halbjahres, und sie geht hinter den Gesamtzahlen unter. In Amerika, dem Hauptmotor des weltweiten Wachstums, legt IHG beim Umsatz pro Zimmer um 4,8 % zu. Im Detail: 3,3 % resultieren aus der Erhöhung des Durchschnittspreises, während die Auslastung nur um einen einzigen Prozentpunkt steigt.
Mit anderen Worten: Die Hotels füllen sich praktisch nicht mehr. Sie berechnen für dieselben Übernachtungen höhere Preise. Dies ist ein absolut reales Wachstum, das jedoch auf einer Variablen basiert, die sich durch Inflation und Kaufkraft schnell umkehren kann.
China bildet eine Ausnahme mit einem Zuwachs von 3,1 %, der sich fast zu gleichen Teilen auf den Preis (plus 1 %) und die Auslastung (plus 1,1 Prozentpunkte) verteilt. Es ist der einzige große Markt, auf dem die Auslastung noch steigt.
Das zweite Quartal hat die Dynamik gebrochen
Das Halbjahr war zweigeteilt. In der Region, die Europa, Afrika und Asien umfasst, sank das Wachstum des Umsatzes pro Zimmer von 5,6 % im ersten Quartal auf 0,6 % im zweiten Quartal. Ein Beinahe-Stillstand innerhalb von drei Monaten.
Die Verlangsamung ist fast vollständig auf den Konflikt im Nahen Osten zurückzuführen, dessen Auswirkungen sich ab April bemerkbar machten. Den deutlichsten Beweis liefert Accor: Die Region Naher Osten, Afrika und Asien-Pazifik verzeichnet im Halbjahr ein Minus von 1,1 %. Rechnet man den Nahen Osten heraus, kehrt dieselbe Region mit +1,9 % ins Plus zurück.
Was diese Zahlen nicht verraten
Diese weltweiten Durchschnittswerte sind praktisch für Pressemitteilungen, aber irreführend für die Analyse. Sie fassen Märkte zusammen, die nichts mehr gemeinsam haben: ein Amerika, das über die Preise wächst, ein China, das die Zimmer füllt, ein Europa, das sich abkühlt, und ein Naher Osten im freien Fall.
Ein Konzern, der heute „+3 %“ verkündet, beschreibt keinen Trend mehr, sondern einen Durchschnitt aus gegensätzlichen Entwicklungen. Das ist vermutlich die eigentliche Erkenntnis dieses Halbjahres: Die Globalisierung der Branche schützt nicht mehr vor regionalen Schocks, sie verwässert sie lediglich in der Darstellung.
Das zweite Halbjahr wird zeigen, ob die Preiserhöhungen Bestand haben, wenn die Kunden immer kurzfristiger und immer näher an ihrem Wohnort buchen.









