- 🏨 Das Wichtigste · Cala Santandria, Menorca (Balearen, Spanien)
- 🔑 Kapazität · 50 Schlüssel in vier Kategorien, davon zwei mit Wasserzugang
- 💶 Investition · rund 24 Millionen Euro, davon 2 Millionen Euro öffentliche Beihilfen
- 🧖 Wellness · Lithica Wellness Spa und Fitnessbereich von Thomas Wellness
- 🍽️ Gastronomie · Santandria Bay, mediterrane Küche mit orientalischen Einflüssen
- 🗓️ Saison · geöffnet seit Sommer 2026, bis zum 31. Oktober
Cala Santandria an der Westküste Menorcas galt lange als ruhige Bucht ohne nennenswerte Adressen. Das hat sich nun geändert. Das Rivelian Grand Menorca hat im Sommer 2026 nach dreijähriger Bauzeit und einer Investition von rund 24 Millionen Euro seine Türen geöffnet, wovon zwei Millionen aus öffentlichen Mitteln stammen. Fünfzig Suiten, ein Spa und ein Restaurant bereichern nun den balearischen Markt, der sich im Luxussegment bislang auf Mallorca und Ibiza konzentrierte.
Fünfzig Suiten drei Kilometer von Ciutadella entfernt
Das Hotel liegt im Westen der Insel, drei Kilometer vom historischen Hafen von Ciutadella und etwa vierzig Kilometer vom Flughafen Maó entfernt. Diese Lage ist ein klares Statement: weder der Trubel der Hauptstadt noch völlige Abgeschiedenheit. Das Gebäude besticht durch flache Linien und helle Farbtöne, angelehnt an den lokalen Kalkstein, auf einer Insel, die seit 1993 von der UNESCO als Biosphärenreservat eingestuft ist.
Betrieb und Positionierung des Hauses wurden Somos Design anvertraut, einem Beratungsunternehmen für die Hotellerie, das hier sein erstes Luxus-Resort am Meer verwirklicht. Bemerkenswert dabei ist, dass es sich um keine internationale Hotelkette handelt, sondern um einen unabhängigen Betreiber, der hier sein erstes Aushängeschild schafft.
| Deluxe | Das Einstiegsformat, ausgerichtet auf Ruhe und viel Licht |
|---|---|
| Junior Suite | Erweiterte Raumvolumen, maßgefertigte Möbel, offenes Badezimmer |
| Junior Suite Swim Up | Direkter Zugang zum geteilten Pool von der Terrasse aus |
| Junior Suite Private Pool | Exklusiv nutzbarer Pool als höchste Zimmerkategorie |
Vier Kategorien, davon zwei mit Wasserzugang
Fünfzig Schlüssel sind wenig und das ist durchaus so gewollt. Die Aufteilung in vier Kategorien sorgt für eine klare Abstufung statt eines unübersichtlichen Katalogs. Die Deluxe-Zimmer bilden den schlichten Einstieg. Die Junior Suiten bieten großzügigere Räume, lassen viel natürliches Licht hinein und verfügen über eigens für das Hotel entworfenen Mobiliar.
Die beiden gehobenen Kategorien machen den kommerziellen Unterschied aus. Die Junior Suites Swim Up bieten von ihrer Terrasse aus direkten Zugang zu einem Gemeinschaftspool. Die Junior Suites Private Pool hingegen besitzen jeweils einen eigenen Swimmingpool. Damit reagiert das Rivelian auf eine stark nachgefragte Anforderung im Segment: privates Wasser ohne den Weg über öffentlich zugängliche Bereiche.




Das Lithica Spa und der Mut zum thermischen Kontrast
Der Name des Spas ist kein Zufall. Lithica erinnert an die Marés-Steinbrüche der Insel, die von Hand in den Fels geschlagenen Steinwände, die zum menorquinischen Erbe gehören. Der Thermalrundgang setzt auf Heiß-Kalt-Kontraste statt auf reine Entspannung, ergänzt durch Eisbäder, die voll im Trend der modernen Regenerationsanwendungen liegen.
Der Fitnessbereich wurde in Zusammenarbeit mit Thomas Wellness entwickelt, einem spanischen Spezialisten für High-End-Equipment. Die Badezimmer in den Zimmern führen diesen Ansatz fort: Naturstein, freistehende Badewannen und eine klare Verbindung zur Wellnesswelt.



Santandria Bay: Mittelmeerküche mit orientalischen Noten
Das Signature-Restaurant ist nach der Bucht benannt. Die Speisekarte setzt auf Produzenten der Insel – Gärtner, Fischer und Viehzüchter –, während orientalische Akzente mediterrane Klassiker neu interpretieren. Das kulinarische Konzept basiert auf kontrollierten Kontrasten: Gewürze zu Fischen aus Küstengewässern, ganz ohne effektheischende Fusionsküche.
Die Cocktailbar verwendet frische Kräuter aus dem eigenen Garten, und die Terrasse bietet dank ihrer Westausrichtung den perfekten Rahmen für den Sonnenuntergang. Der Weinkeller legt den Schwerpunkt auf biologische und biodynamische Weine von den Balearen und vom spanischen Festland.



Geöffnet bis zum 31. Oktober: Ein wichtiges Signal
Dies ist womöglich die bemerkenswerteste Entscheidung des Projekts. Menorca leidet unter einer extremen Saisonalität, die sich vor allem auf Juli und August konzentriert. Indem das Rivelian bis zum 31. Oktober geöffnet bleibt, stemmt es sich gegen das vorherrschende Inselmodell.
Dabei bietet die Nachsaison auf Menorca genau die Bedingungen, die viele Reisende suchen: milde Temperaturen, menschenleere Buchten und ein wunderschönes, weiches Licht. Für die Insel geht es um weit mehr als nur dieses eine Hotel: Eine verlängerte Öffnungszeit sichert Arbeitsplätze und entzerrt den Tourismusdruck. Es bleibt abzuwarten, ob die Auslastung im Oktober den Erwartungen entspricht.
Unser Fazit
Das Rivelian betritt ein Terrain, das Menorca bislang kaum bespielt hat. Die Insel hat den Luxustourismus am Meer lange ihren Nachbarn überlassen und dabei eine Zurückhaltung gepflegt, die gleichermaßen aus Tugend und mangelnder Ausstattung resultierte. Vierundzwanzig Millionen Euro für fünfzig Schlüssel sprechen eine deutliche Sprache in puncto Ambition.
Zwei Faktoren werden für den langfristigen Erfolg entscheidend sein. Zum einen die Fähigkeit von Somos Design, als unabhängiger Betreiber ohne internationale Bekanntheit ein Haus dieser Preisklasse gegen etablierte Marken zu füllen. Zum anderen die Resonanz in der Nachsaison: Wenn der Oktober wirtschaftlich funktioniert, werden andere nachziehen und das touristische Modell der Insel nachhaltig verändern.









