Der Projektentwickler, der den Burj Khalifa über Dubai in den Himmel hob, blickt nun zum Sambesi. Emaar Properties, gegründet und geleitet von Mohamed Alabbar, bereitet eine Hotelansiedlung im Zimbabwe vor. Dabei stehen bereits zwei Standorte fest: die Hauptstadt Harare für Business-Hotels und die Victoriafällen für gehobene Freizeitresorts. Eine Delegation von Führungskräften des Konzerns wird Ende September 2026 vor Ort erwartet, um die Grundstücke zu besichtigen, nachdem sich Mohamed Alabbar bereits mit Präsident Emmerson Mnangagwa getroffen hat. Hier ist alles, was über das Projekt bekannt ist und warum es genau zum jetzigen Zeitpunkt kommt.
- 🏗️ Wer · Emaar Properties, der Entwickler aus Dubai hinter dem Burj Khalifa, der Dubai Mall sowie den Hotelmarken Address Hotels + Resorts und Vida Hotels and Resorts
- 📍 Wo · Harare für Business-Hotels und Konferenzzentren sowie Victoria Falls für Freizeitresorts mit Blick auf die Wasserfälle
- 🗓️ Wann · Treffen zwischen Alabbar und Mnangagwa hat bereits stattgefunden, technische Inspektion durch eine Emaar-Delegation Ende September 2026; weder Eröffnungstermin noch Zimmeranzahl wurden genannt
- 📈 Der Kontext · 1.777.569 internationale Ankünfte im Zimbabwe im Jahr 2025 (+10 % zum Vorjahr) gegenüber rund 1 Million im Jahr 2022; Beherbergung und Gastronomie laut ZIMSTAT 2025 um 12,8 % gestiegen
- 💰 Die Finanzkraft · Emaar Development verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 Verkäufe im Wert von 22,4 Milliarden Dirham und einen Nettogewinn von 6,7 Milliarden Dirham

Gipfeltreffen auf staatlicher Ebene und anschließende Standortbegehung
Das Vorhaben wurde auf höchster Ebene eingefädelt. Mohamed Alabbar traf mit Emmerson Mnangagwa zusammen, um den Rahmen für die Etablierung von Hotels „von Weltrang“ im Zimbabwe abzustecken. Dies knüpft an Gespräche an, die bereits 2024 mit Unterstützung von Paul Tungwarara, dem Sonderberater des Präsidenten für Investitionen, begonnen hatten. Der nächste Schritt ist konkret: Eine Delegation von Top-Managern von Emaar reist Ende September 2026 in das Zimbabwe, um die in Aussicht genommenen Grundstücke zu prüfen und das finanzielle sowie operative Budget des Projekts festzulegen. Die Anzahl der Zimmer, die ausgewählten Marken und der Zeitplan wurden noch nicht kommuniziert; die Behörden sprechen bereits von Tausenden direkten und indirekten Arbeitsplätzen.
Emaar ist kein Neuling in der Hotellerie. Der Konzern betreibt die Marken Address Hotels + Resorts und Vida Hotels and Resorts sowie das Armani Hotel Dubai im Burj Khalifa und ist in mehr als achtzehn Ländern vertreten. Seine Tochtergesellschaft Emaar Development erwirtschaftete allein im ersten Halbjahr 2026 Umsätze in Höhe von 22,4 Milliarden Dirham und einen Nettogewinn von 6,7 Milliarden Dirham – mehr als genug, um eine Expansion in Afrika ohne zusätzliche Kapitalerhöhungen zu finanzieren. Entdecken Sie die Hotel-News aus den Emiraten auf La Revue des Hôtels.
Harare und Victoria Falls: Zwei Projekte für unterschiedliche Zielgruppen
Die Strategie teilt sich in zwei Säulen. In der Hauptstadt Harare zielt Emaar auf Business-Hotels und Konferenzzentren ab, die regionale Gipfeltreffen und Investorendelegationen beherbergen können – ein Segment, in dem das lokale Angebot bisher überschaubar ist. An den Victoriafällen ist der Ansatz entgegengesetzt: Hier soll wohlhabendes Freizeitpublikum angesprochen werden, das heute oft nur ein oder zwei Nächte an den Wasserfällen verweilt, bevor es nach Botswana oder Südafrika weiterreist. Emaars Kalkül besteht darin, die Aufenthaltsdauer durch die Standards aus der Golfregion in einem von Safarilodges dominierten Reiseziel zu verlängern.

Das Projekt sieht zudem vor, regionale Korridore zu stärken, um reiseübergreifende Routen durch das Land zwischen den Nationalparks Hwange, Mana Pools und den Matobo-Hügeln zu entwickeln. Der Managementplan 2024-2034 für die Parks am Sambesi und der Victoriafälle setzt klare Leitlinien: das touristische Angebot zu modernisieren, ohne die Landschaften zu beeinträchtigen. Die Regierung hat betont, dass sich jedes neue Projekt daran halten muss, was sofort die Frage nach dem ökologischen Fußabdruck großflächiger Resorts am Rande dieses UNESCO-Weltnaturerbes aufwirft.
Warum das Zimbabwe jetzt attraktiv wird
Emaars Interesse setzt auf einer steil nach oben gerichteten Kurve auf. Nach Angaben der Zimbabwe Tourism Authority empfing das Land 2022 rund eine Million internationale Besucher, 2024 waren es 1,6 Millionen und 2025 bereits 1.777.569, was einem Zuwachs von 10 % innerhalb eines Jahres entspricht. Der Beherbergungs- und Gastronomiesektor wuchs laut der Statistikbehörde ZIMSTAT im Jahr 2025 um 12,8 %. Es sind diese Kennzahlen und weniger bloße Worte, die das Zimbabwe für Hotelgruppen aus der Golfregion zu einem stark beobachteten Ziel machen. Gegenüber den etablierten Nachbarn Südafrika und Botswana, die dank dichterer Infrastruktur den Großteil der kaufkräftigen Reisenden anziehen, besteht das Ziel darin, diese Ströme direkt abzufangen, ohne über traditionelle Drehkreuze zu gehen.

Was sich dadurch für Reisende ändern würde
Bisher stützt sich das High-End-Angebot rund um die Victoriafälle auf historische Adressen und Buschlodges. Das Erscheinen eines Betreibers wie Emaar, der an integrierte Komplexe aus Hotel, Residenzen, Restaurants und Konferenzbereichen gewöhnt ist, würde den Charakter der Reisen verändern: länger, städtischer in puncto Service und durch ein Geschäftsreiseangebot mit Harare verknüpft. Für europäische Urlauber würde dies unkompliziertere Kombinationsreisen zwischen Dubai und dem Zimbabwe bedeuten, zumal Emirates bereits Direktflüge von Dubai nach Harare anbietet. Noch ist nichts vertraglich fixiert, doch der Zeitplan ist eng: Die Visite Ende September wird zeigen, ob das Vorhaben von Absichtserklärungen in die konkrete Ausschreibungsphase übergeht.
Unser Standpunkt
Emaar bewegt sich nicht für eine Lodge mit zwanzig Zimmern. Das Geschäftsmodell des Unternehmens basiert auf ganzen Stadtvierteln statt auf einzelnen Hotels, was die Ankündigung für die Victoriafälle gleichermaßen vielversprechend wie sensibel macht. Der Erfolg des Projekts wird daran gemessen werden, inwieweit es gelingt, im Einklang mit der Dimension des Naturorts zu bleiben – gerade dort, wo Dubai sich sonst durch Gigantismus einen Namen gemacht hat. Für das Zimbabwe ist die Herausforderung klar: echtes Tourismuswachstum in Hotelkapazitäten von internationalem Standard zu übersetzen, ohne dabei den Schutz einer der spektakulärsten Landschaften des Kontinents zu gefährden. Wir werden den Besuch im September und die ersten konkreten Ankündigungen aufmerksam begleiten.
Praktische Informationen
- Emaar Properties · emaar.com
- Fremdenverkehrsamt · Zimbabwe Tourism Authority, zimbabwetourism.net
- Anreise · Direktflüge von Dubai nach Harare mit Emirates; Victoria Falls International Airport (VFA)








