- 📅 9. Juli 2026 · Datum des Inkrafttretens der Vereinbarung, die das Joint Venture zwischen Regis Maybourne und Constellation Hotels beendet.
- 🇬🇧 Claridge’s bleibt bei Regis Maybourne · zusammen mit The Maybourne Riviera und The Maybourne Beverly Hills.
- 🏛️ Constellation behält das Londoner Trio · The Connaught, The Berkeley und The Emory, plus die Projekte in Paris und Marrakesch.
- ⏳ Das Management bleibt vereinheitlicht, aber nicht für immer · Maybourne betreibt das gesamte Portfolio „für eine vereinbarte Dauer“.
Die sechs teuersten Adressen in London und an der Côte d’Azur haben gerade den Besitzer gewechselt, und fast niemand wird es bemerken. Am 9. Juli 2026 haben Regis Maybourne und Constellation Hotels ihr Joint Venture beendet und das Portfolio unter sich aufgeteilt. Die Gäste des Claridge’s oder des The Connaught werden keinen Unterschied bemerken, zumindest solange die Managementvereinbarung läuft, die das gesamte Portfolio in einer Hand hält.
Wer behält was
Die Miteigentümer der Gruppe, Regis Maybourne (UK) Ltd und Selene SARL, eine Tochtergesellschaft der Constellation Hotels Holding Limited, haben die Trennung durch eine am 9. Juli in Kraft getretene Vereinbarung formalisiert. Regis Maybourne übernimmt die exklusive Kontrolle über das Claridge’s in Mayfair, dem Herzstück des Portfolios, sowie über das The Maybourne Riviera, das über Roquebrune-Cap-Martin thront, und das The Maybourne Beverly Hills in Kalifornien.

Constellation Hotels Holding Limited behält ihrerseits ein erstklassiges Londoner Portfolio: The Connaught, The Berkeley und The Emory. Das Unternehmen behält auch die künftigen Entwicklungen außerhalb des Vereinigten Königreichs, darunter das Pariser Projekt Saint Germain und eine angekündigte Adresse in Marrakesch. Die Aufteilung ist also nicht nur vermögensrechtlich, sondern auch geografisch: Dem einen gehören die bestehenden Vermögenswerte außerhalb Londons, dem anderen das Londoner Herzstück und die Expansion.

Das Management bleibt vereinheitlicht, für eine vereinbarte Dauer
Auch wenn sich die Eigentumsverhältnisse der Immobilien trennen, ändert sich am täglichen Betrieb nichts: Die Managementvereinbarungen übertragen Maybourne die operative Führung aller Häuser. Die entscheidende Nuance liegt in wenigen Worten: Diese Vereinbarung gilt „für eine vereinbarte Dauer“. Mit anderen Worten: Die heutige vermögensrechtliche Spaltung könnte morgen zu einer operativen Spaltung werden, zu einem Zeitpunkt, den die Parteien nicht öffentlich gemacht haben.
Auf Führungsebene bleibt Marc Socker Generaldirektor von Maybourne, unterstützt von José Silva als Verwaltungsratsvorsitzendem. Gianluca Muzzi, bisher Co-Generaldirektor der Gruppe, verlässt diese Funktion, um die Leitung von Constellation Hotels zu übernehmen. Dieser Schritt zeigt recht deutlich, wer künftig welches Lager steuern wird.
Unsere Meinung: Eine Klärung, kein Bruch
Ein zweiköpfiges Joint Venture stößt letztlich immer an die Grenzen von Investitionsentscheidungen: Wie viel soll in eine Immobilie reinvestiert werden, in welchem Zeitraum und mit welcher Rendite. Durch die Trennung der Vermögenswerte gewinnt jeder Aktionär die Freiheit zurück, seinen eigenen Zeitplan zu gestalten. Constellation, unterstützt durch Katar, behält das Londoner Dreieck und finanziert die Expansion nach Paris und Marrakesch; Regis Maybourne behält die symbolträchtigsten und internationalsten Vermögenswerte.
Für Reisende ändert sich heute nichts, und genau das soll die Managementvereinbarung garantieren. Die eigentliche Bewährungsprobe wird das Auslaufen dieser Vereinbarung sein: Dann wird sich zeigen, ob Claridge’s und The Connaught, die seit Jahrzehnten unter einem gemeinsamen Banner vereint sind, weiterhin eine gemeinsame Führung, ein gemeinsames Reservierungssystem und eine gemeinsame Servicekultur teilen werden. Dieses Thema verdient es, aufmerksam verfolgt zu werden, wie jedes Mal, wenn ein großer Name der Hotellerie den Besitzer wechselt.









