- ✨ Saudi-Premiere für Mantis · Die Naturschutzmarke von Accor eröffnet ihre erste Adresse im Königreich, in Al Baha
- ⛰️ 2.260 Meter Höhe · Dreißig Zelt-Suiten auf 22.000 m² am Hang des Berges Khairah
- 🏛️ Öffentlicher Auftrag · Das Resort wird von ASFAR entwickelt, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft des saudi-arabischen Staatsfonds
- 🗓️ Zweite Adresse folgt · Basiqat by Mantis ist für Anfang 2027 in Riad angekündigt
Seit fünf Jahren inszeniert sich die saudi-arabische Luxus-Hotellerie auf Meereshöhe. Die Lagunen des Roten Meeres, die Inseln von AMAALA, die Stelzenvillen von Triple Bay: Das Königreich hat eine Küste vermarktet, die zuvor kaum jemand kannte. Das Gamra Mountain Resort by Mantis bildet das genaue Gegenteil dieser Erzählung, indem es sich auf 2.260 Metern über dem Meeresspiegel niederlässt, auf dem Berg Khairah in der Provinz Al Baha. Es ist die erste Adresse von Mantis, der Naturschutz-Kollektion von Accor, im Land.
Inhalt
Dreißig Zelte auf 22.000 Quadratmetern an einem Bergrücken
Das Anwesen erstreckt sich über 22.000 Quadratmeter und beherbergt lediglich dreißig Einheiten, bei denen es sich durchweg um Zelt-Suiten handelt. Sie sind mit raumhohen Panoramafenstern ausgestattet und so angeordnet, dass keine Suite den Blick auf die Nachbarin freigibt. Der Stoff ist hier kein bloßes Stilelement, sondern eine architektonische Antwort auf das Terrain: Einen Bergrücken auf 2.260 Metern Höhe kann man nicht mit Beton versehen, ohne ihn zu verschandeln, während sich eine Zeltstruktur wieder abbauen lässt.
Ein Abenteuerpark mit vierzehn Indoor- und Outdoor-Attraktionen soll demnächst auf dem Gelände eröffnen. Er bildet das Rückgrat des hauseigenen Wellnessprogramms namens Estate of Be-ING, das so gar nichts mit einem klassischen Spa gemein hat: keine Behandlungsmenüs, dafür aber Wanderungen, Vogelbeobachtungen, Geschichtenabende und Handwerkskurse gemeinsam mit den Bewohnern der Region.
Al Baha, der Garten des Hedschas
Die Provinz wird lokal als der Garten des Hedschas bezeichnet und sie wird dieser Ausnahmeposition gerecht. Während der Rest des Königreichs aus Wüstenebenen besteht, bietet Al Baha mehr als hundert Wacholder- und Akazienwälder, terrasierte Felder, Aprikosen- und Granatapfelhaine sowie eine Luft, die angenehm kühl bleibt, wenn Dschidda stöhnt. Das Resort öffnet seine Gäste für diese Geografie, statt sie abzuschirmen: der Raghadan-Wald, der Khairah-Wald, der Baljurashi-Nationalpark, der Al-Hamda-Wasserfall und die Festung von Bakhroush bin Allaas.
Die beiden Restaurants, Jamra und Hala, verfolgen denselben Ansatz. Tagsüber arabische und mediterrane Küche, abends Kochen über offenem Holzfeuer und eine Versorgung, die auf den Produkten der Provinz basiert: lokale Granatäpfel, Shadawi-Kaffee und Honig von den Imkergemeinschaften in Al Baha – eine Tradition, die gewiss nicht auf die Hotellerie gewartet hat.
Was der Staatsfonds wirklich finanziert
Als Entwickler fungiert kein privater Investor, sondern ASFAR, die Saudi Tourism Investment Company, die sich zu 100 % im Besitz des Public Investment Fund befindet. Ihre Mission lässt sich in einem Satz zusammenfassen: sekundäre Destinationen im Königreich zu erschließen – jene Orte, die weder Riad, noch Dschidda oder das Rote Meer heißen. Gamra ist folglich kein reines Immobilienprojekt, sondern eine Regionalentwicklung im Boutique-Format mit 30 Schlüsseln.
Craig Erasmus, Managing Director von Mantis Collection, drückt es unmissverständlich aus: Die Hotellerie muss zu ihrem Standort gehören. Gleichzeitig kündigt er die anvisierte Zielgruppe an, bei der es sich weder um Europäer noch Amerikaner handelt: Familien, Paare und Aktivurlauber aus dem Königreich sowie den Golfstaaten. Das ist der wesentliche Unterschied zu den Projekten am Roten Meer, die auf Langstreckengäste ausgelegt sind. Hier liegt der Markt nur vier Fahrstunden von Dschidda entfernt.
Gamra ist zudem das erste von zwei Mantis-Projekten im Land. Basiqat by Mantis soll Anfang 2027 in Riad eröffnen, wodurch die Marke sowohl in den Bergen als auch in der Hauptstadt vertreten sein wird.
Unsere Meinung
Dreißig Einheiten sind überschaubar und genau das verleiht dem Projekt Glaubwürdigkeit. Der am häufigsten geäußerte Vorwurf gegenüber dem saudi-arabischen Tourismus betrifft die Dimensionen: Projekte mit Zehntausenden von Zimmern in unberührten Landschaften. Gamra schlägt den entgegengesetzten Weg ein und lässt sich in einer Region nieder, die bereits bewohnt, kultiviert und von den Saudis selbst im Sommer bereist wird.
Die Skepsis betrifft eher den laufenden Betrieb als das Konzept. Ein Zelt-Resort auf 2.260 Metern setzt einen Winter voraus, eine anspruchsvolle Logistik für die Serpentinenstraßen und Personal, das untergebracht werden muss. Daran wird sich das Versprechen messen lassen müssen, nicht am Reißbrett. Dennoch: Für einen Beobachter, der die methodische Erschließung der saudi-arabischen Küste verfolgt hat, ist Al Baha die erste echte Überraschung seit langer Zeit.
La Revue des Hôtels vertreibt keine Hotelübernachtungen.
→ Alle unsere Beiträge zu Gamra Mountain Resort by Mantis (5 Artikel)















